21 März 2017

Die schlechtesten Cover ALLER Zeiten (3–6)


Diese im August 2016 gestartete Serie kommt inklusive des heutigen auf erst drei Beiträge, und das hat Gründe. Schließlich muss ich mich mit viel Widerwillen durch ein Sammelsurium katastrophalster Coverdesigns kämpfen. Längere Erholungsphasen sind zwischendrin unabdingbar; das führt zu Zwangspausen, manchmal auch stationär.

Zugleich führt diese belastende Tätigkeit zu dem dringenden Bedürfnis, möglichst viele der entsetzlichsten Beispiele ein für alle mal loszuwerden, und das geht am besten, indem man sie en bloc verbloggt.

Wie heute. Thematisch beschäftigt sich das hier zu sehende Quartett der Qualen mit dem in der Popgeschichte nicht sonderlich häufig vertretenen Sujet „Nackter Mann“. Gleich der erste Kandidat oben links – verbrochen im Jahr 1968 von Dr. K’s Blues Band – zeigt, warum es gern noch seltener hätte Verwendung finden dürfen.

Man wünscht sich aus mehrerlei Gründen, dieses Herrn niemals ansichtig geworden zu sein. Die Frisur etwa vermag nur leidlich zu überzeugen, von der Farbgestaltung des Motivs ganz zu schweigen. Und was umschwappt den Moppel da eigentlich – ist das Gülle mit Schaumkronen?

Zumindest Grünstichigkeit konnte man Herbie Mann im Erscheinungsjahr seines Albums „Push Push“, also 1971, nicht vorwerfen. Was ihn allerdings bewog, seine kräuselhaarige Hühnerbrust plus Bauchmuskeltotalabsenz und Kraternabel der Welt mit derart grundlos eitler Pose darzubieten, wird man wohl nie mehr erfahren, denn der Flötist verstarb 2003.

Zum Cover unten links fällt einem praktisch nichts mehr ein. Ist das der Glöckner von Notre Dame auf Speed? Ein Yeti nach der Schur? Neandertal Man? Und was steht da hinten rechts Weißes rum?

Fragen über Fragen – die aber Wolfgang Dauner mit seiner covergewordenen Grässlichkeit in noch größerer Zahl aufwirft. Da steckt also ein schlaffer Glühbirnenhirni mit Halstuch den Arm in eine Schraubenmutter, worauf ihm ein Licht aufgeht. Wir würden ja gern diese Metaphorik ergründen, müssen aber leider wie hypnotisiert aufs weihnachtsbaumartig wuchernde Nabelhaar starren.

Besuchszeiten im Sanatorium sind übrigens sonntags und mittwochs. Ich würde mich über Besuche freuen.


Dr. K’s Blues Band: o. T., 1968
Herbie Mann: Push Push, Atlantic 1971
Diverse: You Better Believe It! White Trash Rockers 1955-'69, Panic Records



Kommentare:

  1. Uh, ich hätte es mir nicht ansehen sollen. Ich geh mich betrinken

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das werden Sie sich nicht schöntrinken können, Verehrteste. Selbst getestet.

      Löschen
    2. Nicht schön, aber in ein komatöses Vergessen

      Löschen